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Die Hitze der Stadt

Viel wird zurzeit diskutiert über die Aufheizung der Stadt. In der Wiener Innenstadt wird es zu einer Erhöhung der mittleren Tagestemperaturen bei Sonnentagen um bis zu 7,2 ° kommen, so ein Artikel aus der Presse vom 25. Juli 2019.

 

Was können wir als Planer daher empfehlen:

Einsatz von Gründächern

Gründächer besitzen etliche Vorteile, sie verbessern nicht nur die allgemeine Luftqualität in Städten sondern schaffen Insekten und Kleintieren auch neue Lebensräume. Der dünne Bodenaufbau von gerade einmal 8 cm bei extensiven Aufbauten dient nicht nur als weiterer Dämmschutz (Winter & Sommer) sondern ermöglicht auch die Aufnahme von Regenwasser und entlastet dadurch die Abwassersysteme. Durch die Verdunstung des Regenwassers kann sich die Raumtemperatur der direkt darunterliegenden Räume im Sommer deutlich abkühlen.

Neue Studien belegen auch einen erhöhten Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen durch die Kühlung der Dachflächen.

Die Lebensdauer des Daches wird durch den mechanischen Schutz und Absorbierung von UV-Strahlung maßgeblich erhöht.

Bei „extensiver“ Begrünung (Bodenaufbau min. 8cm) ergibt sich kein größerer Aufwand, da sehr robuste Pflanzen, die mit geringem Wasser bereits auskommen eingesetzt werden.

Bei „intensiver“ Begrünung (Bodenaufbau min. 30 cm) ergibt sich ein höherer Aufwand auf Dauer durch Bewirtschaftung der Grünflächen, es ergeben sich jedoch Aufenthaltsorte für die Bewohner des Gebäudes.
z.B.: Parkanlage auf Krankenhäusern; Bürohäuser

Fassadenbegrünungen

Auch Fassadenbegrünungen sind ein wirksames Mittel um das Klima der Stadt zu verbessern. Ebenfalls bieten Fassadenpflanzen ein Lebensraum für Tiere und Insekten. Außerdem kann  durch einen Isolationseffekt von dauergrünen Rankpflanzen eine Reduktion der Heiz – und Kühllast erreicht werden.

Sonnenschutz und Fensterverdunkelungen

Die beste Lösung zur Verdunkelung von Räumen tagsüber sind außenmontierte Rollkästen. Sonnenstrahlen werden vollständig blockiert und Fensterscheiben können sich nicht erwärmen und geben somit keine Wärme ins Rauminnere ab.

Auch Fensterfolien sind eine gute günstige Alternative um lästige Sonnenblendung auf unter anderem Computerbildschirme zu vermeiden.

Der Austausch von Altbau bzw. Kastenfenstern kann auch wesentlich zur Verringerung der Heiz- und Kühllast beitragen.

Fassadenmalerei mit hoher Reflexionsstrahlung

Selbst die Farbe eines Gebäudes kann maßgeblich die Temperatur des Inneren beeinflussen. Eine weiße Fassade wärmt deutlich weniger als eine dunkelbraune oder gar schwarze Hausfassade. Oft ist dies in südlichen Ländern wie z.B. Tunesien zu sehen.

Bauweise

Hier gilt es abzuwägen in welchem Verhältnis Wärmedämmung zu Wärmespeicherung sinnvoll und technisch möglich ist. Die alten Wiener Zinshäuser sind mit massiven bis zu 90 cm starken Außenwänden gebaut. Hier ist der Anteil der möglichen Wärmespeicherung hoch, die Wärmedämmung eher niedrig. Solange hier die Wärme in der Nacht wieder abgegeben werden kann ist dies für die Sommertage und Übergangstage ein positiver Effekt.
Ist jedoch die Wärmespeicherkapazität ausgeschöpft und kann in der Nacht keine Wärme mehr abgegeben werden erhitzt sich die Außenluft weiter und es kommt zu einer Überwärmung.

Um den Wärmespeichereffekt zu nutzen werden mittlerweile die massiven Bauteile thermisch aktiviert. Hier werden in die Betonwand oder Decke Heiz- bzw. Kühlelemente eingelegt und über Wärmepumpen und Tiefensonden ein Temperaturaustausch zwischen dem Gebäude und dem Untergrund bewerkstelligt.

Klimaanlagen

Klimaanlagen sind wahre Stromfresser und nur bedingt nachhaltig da die Rückkühleinheit Wärme nach außen abgibt. Sie kühlen zwar die Luft im Rauminneren, blasen jedoch heiße Abluft nach außen und tragen somit zur "Stadterwärmung" bei. Zur Zeit sorgen vor allem mobile Klimaanlagen in Kombination mit Gasthermen zu CO2 Vergiftungen da sie durch das Ausblasen der Raumluft einen Unterdruck im Raum erzeugen und die Verbrennung nur zum Teil erfolgt und somit die Verbrennungsgase, welche eigentlich über die Rauchfänge abziehen sollten, in den Raum zurücksaugt.
In modernen Neubauten wird häufig bereits die Kühlung miteingeplant und teilweise mit Wärmerückgewinnungseinheiten kombiniert um mit der gewonnenen Energie z.B. das Heißwasser zu erzeugen.


Wir unterstützen Sie gerne bei der Berechnung der Kühllast und Planung von nachhaltigen Lösungen!

 

Informieren Sie sich in folgenden Artikeln mehr darüber:

Artikel Wiener Zeitung - Gut gekühlte Zukunft vom 25. Juli 2019

Mit 8 Schritten zum grünen Dach

Förderantrag Dachbegrünung Stadt Wien

Die 10 besten Tipps zur Abkühlung

 

 

 

 

 

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