Neues

Die Frage nach dem kostengünstigeren Errichten von Häusern und Wohnungen beschäftigt die Fachkreise ja nicht erst seit den letzten Jahren, sondern schon seit jeher es günstigen (schnellen) Wohnraum bedurfte.

Die angeführten Beispielen aus dem Artikel des “Standard’s“ sind dahingehend weder neu noch entstammt der Ursprung dem skandinavischen Raum. Wir erinnern uns wahrscheinlich alle an die sog. Wohnblöcke der ehemaligen Ostzone. Alle ähnlich, viele gleiche Elemente, alles standardisiert, primär vorgefertigt, viele Aufputzinstallationen etc. Simplifiziert und für die Menschen damals entsprechend funktional. Oder man erinnere sich an die Wohnbauten in Berlin und Wien in der Vorkriegszeit. Bereits damals war leistbarer Wohnraum ein wichtiger Gesellschaftsaspekt.

Die Frage ist unserer Einschätzung nach nicht, ob man günstiger Bauwerke errichten kann, sondern unter welchen Randbedingungen dies geschehen soll. Welche Standards will man als Gesellschaft ebenso als Einzelperson haben und welche bin ich bereit aufzugeben?

Hierbei gilt für Planer wie auch Ausführende zu unterscheiden zwischen Optimierungspotential, welches gestaltbar ist und jenes, dass infolge gesetzl. Festlegung fix ist. Eine einzuhaltende Fixgrösse wären bspw. 250cm Raumhöhe für einen Wohnraum. Wobei auch hier gestattet ist, zu fragen, was verliert der Einzelne bei 245 oder 240cm? Die Antwort liegt im Auge des Betrachters. Gestaltbar sind sicher Aspekte der Nutzung, wie das Bsp. mit dem Wasserhahn oder die Frage nach Sichtinstallationen. Dass man als Planer versuchen sollte, im Sinne der Wirtschaftlichkeit nicht alles neu zu erfinden, sondern auf Bewährtes zurückzugreifen, versteht sich eigentlich von allein; ebenso nicht nur Einzelstücke zu schaffen, sondern zu vereinheitlichen. All dies ist aber immer gekoppelt an Fragen des Komforts der Nutzung wie auch der Gestaltung. Was ist das Ziel meiner Planung in Verbindung mit den Anforderungen und Wünschen der Eigentümer.

Weiters gilt im Rahmen der rechtlichen Vorschriften grundsätzlich die Einhaltung gewisser (Mindest-)Standards.

Die jeweiligen Landes-Bauordnungen, Bautechnikverordnungen oder auch die (ehem.) europäische Bauproduktenrichtlinie resp. nunmehr Bauproduktenverordnung definieren in Folge Standards. Diese Vorschriften sind aber durch die Planer und Ausführenden i.d.R. (zwingend) einzuhalten. Ein Abweichen ist nur bei einer gleichwertigen Ausführung i.S.d. Zielsetzung der jeweiligen Vorschrift gestattet. Dies bedeutet in Anbetracht eines Optimierungsprozesses aktuell die öffentlich-rechtliche (Planungs-)Grenze. Durch eine Reduktion der gesellschaftlichen Ansprüche und somit "einer eigenen/neuen Definition (Widmung) für günstiges Planen und Bauen" wäre unter Umständen bei Novellierung der Vorschriften mehr Gestaltungsspielraum.

Technische Normen hingegen sind (mit Ausnahme von Schutzgesetzen) Richtlinien und können "freier" ausgelegt werden. D.h. an dieser Stelle liegt Potential, wo die Grenze geschärft werden kann.

Im Rahmen eines ausgelobten Wettbewerbes und der folgenden Umsetzung durch ein Team von Architekten, Bauökologen und kppk wurde ein ähnliches Optimierungsprojekt zwecks Grenzziehung (leider nur) bis zur Ausschreibungsplanung geführt. Ziel des Projektes war hier die Anforderungen der OIB Richtlinien zu hinterfragen und alternative Lösungswege zu beschreiten (wie bspw. Minimierung des Bodenaufbaus, Aufputzinstallation, Minimierung der Ausbauleistung etc…aber auch Reduzierung der erf. Toleranzen im Rohbau).

Bedauerlicherweise ist das Team an Gewährleistungsthemen bei den ausführenden Bauunternehmen und letztendlich an der damit erneut aufkommenden Risikobewertung des Bauträgers gescheitert.

Eine weitere Vermutung legt nahe, dass es durch den Entfall wesentlicher Ausbaugewerke zu einer deutlichen Reduktion bzw. zur Umlagerung von (kalkulierten) Herstellungskosten gekommen wäre und dies trotz bekanntem offensichtlichen Planungsziel durch die Unternehmen nicht gewünscht war. 

 

 

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